Automobile Träume

Die Autos, die die Dörr Group verkauft, sind nicht wirklich alltagstauglich, alles andere als sparsam und auch nicht platzsparend. McLaren, Bugatti, Lamborghini und Lotus sind rollende Träume. Rainer und Evelyn Dörr handeln damit.

Was bedeutet eigentlich Luxus? Im Lateinischen steht der Begriff für Üppigkeit. Botaniker meinen genau das, wenn sie von Luxurieren, üppigem Pflanzenwuchs, sprechen. Doch schon auf Duden.de ist alles anders: Da steht Luxus für verschwenderischen, den normalen Rahmen übersteigenden, nicht notwendigen und nur zum Vergnügen betriebenen Aufwand und für verschwenderische Fülle. Das sind wenig schöne Angelegenheiten. „Die Definition lässt jedoch außer Acht, dass Luxus für den einen die Villa am Meer, für den anderen aber die seltene Gelegenheit auszuschlafen ist“, sagt Rainer Dörr. Luxus sei heute nicht mehr nur mit Negativem wie Prunk und Protzerei verbunden, sondern vielfach mit positiven Werten besetzt: Es gehe um guten Geschmack, Eleganz und Wohlstand. „Und um Träume“, sagt Dörr. Mit denen handeln er und seine Frau Evelyn an den Standorten Frankfurt, Stuttgart und München.

Höchstleistung erfahren

Dörrs Träume sind käuflich und sogenannte Supersportwagen – mit atemberaubender Fahrleistung, Formel-1-Technik und außergewöhnlicher Anmutung. Nicht nur aufgrund ihrer Preisklasse fügen sie sich wenig der reinen Vernunft. „Aber von einem Kompaktwagen mit familienfreundlichem Innenraum, ergonomischem Einstieg und sparsamem Dreizylindermotor träumt eben auch keiner“, sagt Rainer Dörr.  Hierzulande jedenfalls nicht. Im vergangenen Jahr hat sein Haus weit mehr McLaren verkauft als alle anderen McLaren-Händler weltweit, wie Dörr sagt. In München setzt die Autohausgruppe am meißten Autos ab, danach folgen Frankfurt und Stuttgart. Auch Bugatti hat Dörr bereits über 25 verkauft. „Dabei werden jährlich nur 50 Stück weltweit gebaut“, sagt Dörr, der seit März 2016 mit Bugattis handelt. Zwei Fahrzeuge habe man sogar schon ausliefern können. Die Lieferzeit beläuft sich bei Bugatti nämlich schon Mal auf bis zu drei Jahre. Das nehmen die Kunden in Kauf – schließlich geht es um eine Investition fürs Leben, um exklusive Fahrleistungen, individuelle Ausstattungen und nicht zuletzt um einen besonderen Service. Die Fahrzeuge werden zum Teil exklusiv für die Kunden gebaut. Die Dörr Group stellt jedem seinen ganz persönlichen Ansprechpartner zur Seite, den sie tags wie nachts anrufen können. „Uns ist es wichtig, dass sich unsere Kunden um nichts kümmern müssen“, sagt Dörr. Der Claim des Unternehmens heiße nicht umsonst „Höchstleistung erfahren“. Es gibt einen Hol- und Bringservice, viel persönliche Ansprache und exklusive Events für die Kunden.

Erfolg im Team

Mehr als 60 Veranstaltungen jährlich, darunter Ausfahrten, Roadshows, Trainings oder Events in der Bugatti Boutique zählen dazu. „Das wichtigste Ereignis ist für uns jedoch der Dörr Group Day“ sagt der Unternehmer. Bereits zum zweiten Mal fand dieses Event am Bilster Berg statt.  Der Name Dörr habe schließlich auch im Motorsport eine sehr lange Tradition, sagt Evelyn Dörr, die für das Marketing und die Unternehmenskommunikation der Dörr Group zuständig ist: „Rainers Vater fuhr Rallyes, Rainer selbst Motocross und Autorennen. Es dreht sich alles um Autos und Motorsport.“ Im Motorsport sei Erfolg nur im Team möglich, so Evelyn Dörr. „Diese Philosophie leben wir im Unternehmen, und wir möchten sie an unsere Kunden weitergeben.“ Gerade der Bilster Berg mit seiner Architektur und exklusiven Ausstattung transportiere das Clubgefühl gut, findet Evelyn Dörr. Fünf Lamborghini, fünf McLaren und zwei Lotus der Dörr Group wurden dieses Jahr auf der Strecke und über Land getestet. Daneben konnten 60 Kunden ihre Fahrzeuge auf dem Bilster Berg auf ihre PS-Leistung, Kurvenlage und Handling prüfen, angeleitet von erfahrenen Instruktoren. „Mit einem solchen Event wollen wir unseren Kunden Danke sagen und unsere Verbundenheit ausdrücken“, sagt Rainer Dörr.

Von BMW zu Bugatti

Nicht immer boten die Dörrs eine so exklusive Produktpalette wie heute. Die Dörr Group war zunächst ein BMW-Autohaus mit vier Filialen in Frankfurt. Rainer Dörr übernahm die Anteile 1997 von seinem Vater. Über Kontakte in der Formel-1-Szene erfuhr er damals, dass McLaren im Rhein-Main-Gebiet eine Dependance für Sportwagen etablieren wollte und dafür einen geeigneten Händler suchte. „Wir haben uns beworben“, sagt Dörr, „und haben den Zuschlag bekommen.“ Bald darauf auch den für Stuttgart und für München. In der Sportwagenbranche verfolgt man anscheinend Dörrs Treiben offenbar aufmerksam. Jedenfalls klopfte 2013 Lamborghini b an, mit der Bitte, die Marke in Rhein-Main wieder zu etablieren. Vor kurzem kam dann Bugatti hinzu. Mit diesem Portfolio wurde ein Traum für Rainer Dörr wahr: „Meine Arbeit ist für mich Luxus.“

 

Text: Nicole Thesen (Zimmermann Editorial)

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