Bibel des Schraubens

Tunen, Pimpen, Customizen – die Geschichte des Modifizierens von Autos ist genau so alt wie das Automobil selbst. Der Bildband „The Drive“ entführt in die Schraubwerkstätten dieser Welt.

Die Liebe zum Blech, das war gestern. In der westlichen Welt scheint es, als verwandle sich die Liebe zum Auto eher in eine offene Beziehung. Studien zeigen, dass für die Mehrheit der Autobesitzer die Transportfunktion immer mehr im Mittelpunkt steht. Statusdenken und persönliche Entwicklung seien nicht mehr eng mit dem Automobil verknüpft. Es gibt sie aber dennoch: Die Menschen, die sich mit Leib und Seele ihren Blechkisten widmen. „The Drive“ versammelt sie, wie eine Art Bibel.

 

Der Bildband aus dem Gestalten Verlag entführt in die Schraubwerkstätten dieser Welt – an die Geburtsstätte des Customizing an der US-Westküste, ins ferne Japan, aber auch zu Tunern nach Europa und Deutschland.  „The Drive“ zeigt Größen der Szene – etwa den amerikanischen Porsche-Spezialisten Magnus Walker, oder Individualisten wie Chris Runge, der aus alten VW- und Porsche-Teilen begehrenswerte Roadster baut. Ebenso bekommen aber auch bislang weniger bekannte Privat-Veredler ihre Bühne. Sie alle sind Tüftler, Bastler, Künstler, Freaks, Konsumkritiker, Ideengeber, Menschen mit Hingabe. Und sie alle erzählen Geschichten, wie sich der Weg von Auto und Liebhaber kreuzte und was sie danach zusammenschweißte. Auf 400 Seiten.

 

„The Drive. Custom Cars and Their Builders“, Gestalten Verlag, 2016

 

Text: Nicole Thesen (Zimmermann Editorial)

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