Jürgen Milski: „Mein erstes Auto war ein Ford Taunus Coupé – mit Zierdekor“

Menschen verbinden mit Autos Erinnerungen und Lebensgefühl. In unserer Serie „Promis & PS“ schildern Prominente ihre Erfahrungen. Diesmal: Entertainer und Moderator Jürgen Milski.

Schon als kleiner Junge habe ich mit meinem Vater unterm Auto gelegen und rumgeschraubt. Das habe ich geliebt. Deshalb habe ich mit 15 auch eine Ausbildung zum Blechschlosser bei Ford angefangen. Das hatte bei uns zudem Tradition: Die ganze Familie arbeitete damals bei Ford – mein Vater als Testfahrer, meine Mutter in der Produktion. Mein erstes Auto war dann auch ein Ford Taunus Coupé. Den habe ich mir mit 17 besorgt und fit gemacht, damit ich ihn mit 18 direkt fahren konnte. Grün-Metallic war der, aber ich habe ihn komplett weiß lackiert und seitlich mit einem Zierdekor in dreierlei Blautönen beklebt. Das gab es in den 80er-Jahren zu kaufen, sah toll aus. Auch innen habe ich alles frisch gemacht: alte Sitze raus, Sportsitze rein, ein Blaupunktradio mit Kassettendeck und große Boxen eingebaut. Das musste sein. Vier Jahre bin ich den Taunus gefahren. Dann habe ich mir einen Ford Granada, viertürig, zugelegt. Das war das schönste Auto, das ich je besessen habe, absolut robust und unkaputtbar. Fünf Jahre war der Granada mein Weggefährte. Danach wurden die Abstände, in denen ich ein Auto gefahren bin, leider immer kleiner. Ich habe auch nie mehr so eine Beziehung zu einem Fahrzeug aufgebaut wie zu meinen beiden ersten Autos – so mit Herzblut und Leidenschaft.

 

Was mich lange begleitet und beeinflusst hat, war eine riesengroße Wandtapete mit dem Rennfahrer Hans-Joachim Struck drauf. Die hing an meiner Kinderzimmerwand. Vor ein paar Jahren hatte ich einmal das Glück, Hans-Joachim Struck persönlich kennenzulernen, und da habe ich ihm von der Wandtapete in meinem Zimmer erzählt. Er konnte sich noch daran erinnern, dass diese überdimensionalen Plakate angefertigt worden waren. Es war eine sehr nette Begegnung. Und sie zeigte mir auch, dass der kleine Junge mit der Wandtapete in die Welt gezogen ist und heute ein ganz anderes Leben lebt. Autos sind noch immer meine Leidenschaft – nur nicht mehr ganz so spielerisch. Außer vielleicht bei Stefan Raabs Stock Car Challenge. Das war jahrelang Fun und Spieltrieb pur! Ich schlafe zwar heute immer noch auf speziellen Kissen wegen der ganzen Schleudertraumata, die ich mit nach Hause gebracht habe. Aber das war mir der Spaß wert.

Text: Nicole Thesen (Zimmermann Editorial)

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