Kraftpaket – Isotonisches Bier und die Rad-Bundesliga

Ein Bier als Durstlöscher für die Radrennprofis? Das fördert sogar die Regeneration! Solange es alkoholfrei und isotonisch ist, sagt der Ernährungsexperte Günter Wagner vom Institut für Sporternährung in Bad Nauheim. Wir sprachen mit ihm über Isotonie, süßes Frühstück und „auf Ex“ trinken.

Die anstrengende Radtour ist geschafft, der anspruchsvolle Halbmarathon überstanden, die Schlacht auf dem Fußballplatz gewonnen. Wer lechzt da nicht nach einem erfrischenden Getränk – oder manchmal auch einem kühlen Bier? Moment mal: Bier und Sport, wie passt das denn zusammen?
Besser als Sie denken. Ob Sie es glauben oder nicht: Viele Leistungssportler greifen nach dem Wettkampf ab und zu ganz bewusst zu einem Bier. Das ist völlig in Ordnung und fördert sogar die Regeneration – so lange es isotonisch und alkoholfrei ist.

Aber warum genau schwören Fitnesstrainer und Sportärzte auf solche alkoholfreien, isotonischen Biere wie? Und was steckt eigentlich hinter dem Zauberwort Isotonie?
Isotonie beschreibt eigentlich nichts anderes, als dass das Getränk den gleichen osmotischen Druck hat wie das menschliche Blut. Isotonie ist also in der Tat ein Qualitätsbegriff dahingehend, dass die Inhaltsstoffe aus dem Getränk schnell und effizient dem Körper zur Verfügung gestellt werden.

Auch alkoholfreies Bier wie etwa das Bitburger 0,0% ist isotonisch. Macht alkoholfreies Bier aus Sicht des Ernährungswissenschaftlers Sinn?
Alkoholfreies Bier ist ein ideales Getränk nach sportlichen Aktivitäten. Es hat von Natur aus wertvolle Kohlenhydrate aus dem Getreide und die wichtigen Vitamine B9 und B12, was sonst kaum in alkoholfreien Erfrischungsgetränken enthalten ist. Und was besonders ist: Es beinhaltet in nennenswerten Mengen den Nährstoff Kalium. Nur zusammen mit Kalium können die enthaltenen Kohlenhydrate die Wiederauffüllung der verbrauchten Energie im Körper bewirken. Das macht alkoholfreies Bier so wertvoll für Sportler.

Wie oft bzw. wie viel sollte ein Sportler gerade an sehr heißen Tagen trinken?
Es gibt eine Richtschnur: 1Milliliter pro Kalorie Energieverbrauch. Bei 8.000 bis 9.000 Kalorien Energieverbrauch bei einer Tour wie der Rad-Bundesliga bedeutet, dass ich etwa acht bis neun Liter am Tag trinken muss. Und in der Tat – die Radprofis trinken dann auch so viel. Für uns Laien- und Hobbysportler bedeutet das je nach Schweißverlust ungefähr zwei bis drei Liter pro Tag.

Viele neigen ja dazu, nach dem Sport eine Flasche „auf Ex“ hinunterzustürzen. Ist das eigentlich richtig?
Es gilt eher die Regel: Nippen statt Kippen. Man kann davon ausgehen, dass der Körper in der Lage ist, ungefähr 150 bis 200 Milliliter innerhalb einer Viertelstunde vom Magen in den Darm und dann in den Körper zu leiten. Alles, was ich mehr trinke, verbleibt und belastet ein wenig. Es ist ganz wichtig, über den Tagesverlauf zu trinken. Zurück zum Sport: Ob ich jetzt die „Tour de France“ fahre, eine Radtour mache oder Fußball spiele, wenn ich erst trinke, wenn das Spiel vorbei ist, dann muss ich mich nicht wundern, dass der Gegner schneller war oder mehr Tore geschossen hat als ich.

Wie sieht überhaupt die richtige Ernährung für alle, die gerne Sport treiben, aus?
Es kommt natürlich ganz drauf an, welche Sportart man macht. Grundsätzlich gilt aber – und das gilt eigentlich so gut wie für alle Sportler, dass man süß in den Tag starten sollte: Also eher ein Müsli mit Obst oder ein Brot mit einem süßen Belag. Damit wird die Energiezufuhr fast computergerecht gesteuert. Und beenden sollte man den Tag eher herzhaft. Zudem grundsätzlich über den Tagesverlauf die Fünf-Portionen-Regel beherzigen: Drei Portionen Gemüse plus zwei Portionen Obst. Ich glaube, dann ist man schon, auch in der Sportlerernährung, auf dem richtigen Weg.

Text: Nicole Thesen (Zimmermann Editorial)

Müller – Die lila Logistik Rad-Bundesliga auf dem Bilster Berg am 9. September

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