„Sich keine Gedanken machen, einfach Vollgas geben“

Die Rad-Bundesliga findet am 9. September 2017 zum zweiten Mal auf dem Bilster Berg statt. Im Interview erklärt Lotto-Kern-Haus-Teamchef und Ex-Radrennprofi Florian Monreal, was für ihn den kleinen, feinen Unterschied bei Radrennen auf Kursstrecken macht.

Herr Monreal, Ihr Team fuhr gerade bei der Tour d´Alsace mit. Etappen von 120 Kilometer standen über mehrere Tage auf dem Programm – das klingt fast nach Tour de France-Etappen. Ist das nicht ein bisschen zu knackig neben der Rad-Bundesliga?
So ein Rennen ist natürlich eine Hausnummer, aber wir sind es gewohnt, ein straffes Programm zu fahren. Sonst wären wir nicht da, wo wir sind. Wir fahren darüber hinaus noch etwa 120 Renntage international. Die Jungs brauchen schließlich ein gutes Rennprogramm, um sich zu entwickeln.

Der Bilster Berg ist die einzige Kursstrecke innerhalb der Rad-Bundesliga. Bereiten sich die Fahrer hierauf anders vor als auf die Radrennen auf normalen Straßen?
Nein, die Vorbereitung ist die gleiche. Allerdings ist es natürlich für alle Beteiligten sehr angenehm, dass eine richtig gute Infrastruktur besteht: Es gibt keine geparkten Autos, die an der Strecke stehen, oder keine Kreuzung, die nicht richtig abgesichert ist. Meine Jungs müssen sich keine Gedanken machen, können komplett den Kopf ausschalten und einfach Vollgas geben.

Neben dem Bilster Berg finden auch Radrennen auf dem Nürburgring, Hockenheimring oder auch dem Formel-1-Parcours in Abu Dhabi statt. Ist das ein neuer Trend in der Radsportszene?
Es ist mittlerweile kein Trend mehr, aber immer noch etwas Besonderes. Erst vor Kurzem sind wir mit unserem Team beim Rudi Altig Race auf dem Nürburgring gefahren.

Am Bilster Berg gibt es einige Gefälle. Welche Maximal-Geschwindigkeit erreichen die Radrennfahrer da?
Da eine Strecke wie der Bilster Berg für Autos und viel höhere Geschwindigkeiten ausgelegt ist und keine Gefahr durch Hindernisse besteht, muss man als Radrennfahrer nicht bremsen. Da kann man schon mal auf 80 bis 85 Stundenkilometer kommen. Das erfordert Fahrkönnen und Mut – aber beides bringen die Fahrer ja mit!

Zur Person:
Florian Monreal ist Teamchef des Radsport-Teams Lotto-Kern-Haus, das mit derzeit 16 Fahrern seine vierte Saison fährt. Ende der Saison 2015 verabschiedete sich Monreal vom Profiradsport, um volle Konzentration auf seine Aufgaben als Teamchef zu legen – mit dem Ziel, sein Team zum besten deutschen Kontinental-Team zu machen.

www.team-lotto-kernhaus.de

Text: Nicole Thesen (Zimmermann Editorial)

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