Rekuperation auf zwei Rädern: Masterarbeit am BILSTER BERG

Beim Bremsen verpufft Energie. Das kennt man aus dem Auto. Aber was ist mit dem Fahrrad? Und lässt sich diese Energie auch dort sinnvoll zurückgewinnen? René Rasche, Masterstudent im Studiengang Maschinenbau der Hochschule Bielefeld – University of Applied Sciences and Arts (HSBI) – ist genau dieser Frage nachgegangen. Für seine Versuche hat er einen ungewöhnlichen Ort ausgewählt: den BILSTER BERG.

Ein gewöhnliches Fahrrad wird zum Forschungsprojekt

Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand ein umgebautes Pedelec, also ein Fahrrad mit Elektromotor, das den Fahrer beim Treten unterstützt. René hat ein herkömmliches Rad so umgerüstet, dass es elektrische Energie nicht nur in mechanische Energie umsetzt, sondern beim Bremsen auch zurückgewinnt, also eine Rekuperation, wie man sie aus Elektroautos kennt.

Dafür wurde ein speziell entwickelter Akku eingesetzt, dazu eine elektronische Steuerung, die den Motor sowohl beim Beschleunigen als auch beim Verzögern regelt und so die Rückgewinnung von Energie möglich macht. Ein integriertes Messsystem zeichnet kontinuierlich alle relevanten Daten auf, damit am Ende echte Zahlen auf dem Tisch liegen.

Warum der BILSTER BERG?

Labortest und Fahrten im Straßenverkehr gehörten zum Programm, aber den entscheidenden Unterschied machte der BILSTER BERG. Die Strecke mit ihren starken Steigungen und Gefällen bietet ideale Voraussetzungen, um verschiedene Systeme gezielt an ihre Leistungsgrenzen zu bringen.

Und genau das war gewollt. So konnten hier Rekuperationsspitzen erreicht werden, wie es im Alltag kaum möglich ist, noch dazu unter reproduzierbaren, kontrollierbaren Bedingungen.

Mehr Reichweitengewinn als erwartet

Die Ergebnisse sprechen für sich. Im normalen E-Bike-Betrieb konnte durch Rekuperation eine Reichweitensteigerung von etwa 20 bis 30 Prozent erzielt werden. Beim Speed-Pedelec, das sind Pedelecs mit Unterstützung bis 45 km/h, immerhin noch 15 bis 20 Prozent.

Besonders eindrucksvoll sind die Zahlen aus den Tests auf der Westschleife des BILSTER BERG. Bei einer energieeffizienten Fahrweise und maximaler Nutzung der Rekuperation wurden über 35 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie zurückgewonnen. In der Spitze führte dies zu einer Reichweitensteigerung von bis zu 62 Prozent.

Forschung trifft Praxis

Die Masterarbeit von René Rasche zeigt deutlich, wie sich theoretische Konzepte aus der Entwicklung direkt in die Praxis übertragen lassen. Gerade im Bereich der Elektromobilität ist es entscheidend, Systeme nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch unter realen und anspruchsvollen Einsatzszenarien zu testen.

Der BILSTER BERG ist dafür genau der richtige Ort.  Die Kombination aus technisch anspruchsvollem Streckenprofil, reproduzierbaren Bedingungen und einer professionellen Infrastruktur ermöglicht es, innovative Ansätze gezielt zu erproben und fundiert zu bewerten. So entsteht ein Umfeld, in dem Forschung greifbar wird und konkrete, messbare Ergebnisse liefert.

Das Projekt unterstreicht einmal mehr die Rolle des BILSTER BERG als Plattform für Entwicklung, Innovation und Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis. Wir freuen uns, solche Projekte begleiten zu können und wünschen René Rasche einen erfolgreichen Abschluss seiner Masterarbeit.

Rekuperation in der Mausefalle

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