Wie alles begann… Walter Röhrl erzählt von den Anfängen des BILSTER BERGs

„Du, das ist ja besser! Wenn du da über die Kuppe runtergehst. Da musst du unbedingt fahren!“

Zitat Walter Röhrl

Und so entstand die Mausefalle am BILSTER BERG. Zwei Männer in Gummistiefeln stapfen durch den Wald, durch unwegsames Gestrüpp, durch hüfthohes Gras und Ranken. So sah es 2009 am BILSTER BERG aus. Ein altes Militärgelände, das verlassen 20 Jahre lang brachlag – von der Natur zurückerobert.

Die damaligen Bauherren der jüngsten Rennstrecke Deutschlands hatten eine Vision und sorgten für beste Beratung und Unterstützung. Einer von diesen Unterstützern war Walter Röhrl, zweifacher Rallye-Weltmeister und Rundstreckenrennfahrer – Legende des Motorsports.

Beim Marathon des Oldtimer Grandprix, den Walter Röhrl zu der Zeit jedes Jahr bestritt, tritt er gegen den Ideengeber an. Dort kam man ins Gespräch und Walter Röhrl fand die Idee für eine Rennstrecke im Teutoburger Wald interessant. Tatsächlich ließ er sich überzeugen, den langen Weg nach Ostwestfalen anzutreten, um sich das Gelände anzuschauen.

„Das erste Mal, dass ich hierherkam, da gab es diese ganz schmalen Einfahrtsstraßen, dazwischen riesige Betonmauern, falls es eine Explosion gibt. Da sagst du am Anfang schon: „Uii, wo kann man hier eine Rennstrecke bauen?““

Doch je länger sich Röhrl das Gelände anschaute, umso deutlicher sah er die Rennstrecke vor seinem inneren Auge. Wenn es auch schwerfiel, sich die Vegetation wegzudenken, so entstanden doch Ideen für eine spektakuläre Rennstrecke.

„Wir sind natürlich immer davon ausgegangen, dass die einzig wahre und richtige Rennstrecke auf der Welt die Nürburgring Nordschleife ist. Dass in der heutigen Zeit so etwas nicht mehr gebaut wird, das war auch ziemlich klar. Aber wir wollten etwas annährend Gleiches auf die Beine stellen.“

Walter Röhrl sah sofort, dass das Gelände mit seinen großen Höhenunterschieden eine emotionale Streckenführung ermöglichte. Er ermutigte die Entscheider sogar dazu noch mehr ins Extreme zu gehen.  So wurde die Mausefalle stark durch Röhrls Einschätzung geprägt und erfreut heute mit seinen 26% Gefälle und 21% Steigung im direkten Anschluss jedes Motorsportherz.

Der ehemalige Rallye-Weltmeister war von dem Projekt schließlich so begeistert, dass er nicht nur seine Erfahrungen einfließen ließ. Er half auch mit seinen vielen Kontakten im Motorsport.

„Ich habe damals versucht, praktisch das Paket zu verkaufen. Es war so ziemlich das erste Mal, dass man Anteile an einer Rennstrecke kaufen konnte und dort dann selbst beteiligt war. Das war so neu, dass viele, besonders aus der Entfernung, sehr skeptisch waren.“

Das grundsätzliche Interesse sei dagewesen, berichtet Röhrl. Das Angebot war sehr attraktiv, da die Autos am BILSTER BERG verbleiben konnten und man regelmäßig exklusive Termine zum Fahren bekam. So konnten damals über 150 Gesellschafter gewonnen werden, wovon die meisten dem BILSTER BERG bis heute die Treue gehalten haben.

Die Bauarbeiten begannen 2011 und Röhrl verfolgte die Entwicklungen nun aus der Ferne. Als er 2014 zum ersten Mal zum neu eröffneten BILSTER BERG kam, war er sehr beeindruckt, wie in nur 20 Monaten aus dem überwucherten Militärgelände eine Rennstrecke entstehen konnte. Damals wurde der neue Porsche 911 vor internationalen Medien präsentiert und Walter Röhrl war zu Gast am BILSTER BERG.

„Ich habe das noch schön in der Erinnerung von der ersten Präsentation. Ich kann nur sagen, das Feedback von den Journalisten, die Amerikaner, die waren damals total ausgeflippt und sagten: „Das ist so einmalig diese Strecke! Das ist richtig toll!“ Auch die Italiener und Spanier, die natürlich alle autoverrückt sind, waren nur hellauf begeistert. Das war zu spüren von den Leuten.“

Insgesamt bescheinigt Walter Röhrl dem BILSTER BERG nur gute Referenzen. Nur das Wetter am BERG stößt ihm gelegentlich auf.

„Als ich das erste Mal hier war, habe ich meine Frau dabeigehabt. Das war im Frühsommer. Meine Frau musste in die Stadt gehen, um sich einen Wintermantel zu kaufen, weil es so kalt war. Das war lustig auch.“

Ebenso erwischte es ihn in diesem Jahr zum Media Drive des neuen Porsche 911 GT3.

„Da bin ich von der Boxengasse rausgefahren, direkt in den Schneeschauer. Der hat genau die fünf Runden gedauert., die ich fuhr. Da haben die Räder nur grrr, grrr gemacht. Super war das!“

Walter Röhrl nimmt es mit Humor. Wir sagen: Wer sich bei der Planung einen zweiten Nürburgring wünscht, muss auch mit Eifelwetter klarkommen.

Als Ehrenmitglied des Owner’s Club, der Gemeinschaft der Anteilseigner am BILSTER BERG, freut sich Walter Röhrl über die Entwicklung des BILSTER BERGs und ist gerne Gast an der Rennstrecke. Beim nächsten Besuch, vielleicht schon diesen Sommer, sollen es mehr Runden bei besserem Wetter werden. Wir freuen uns drauf.

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