Der Betrieb hinter der Strecke – Sicherheit am BILSTER BERG
Wer an den BILSTER BERG denkt, denkt in erster Linie an eine technisch anspruchsvolle und schnelle Strecke. Was dabei oft nicht gesehen wird, ist das System, das das Fahren auf der Strecke überhaupt erst möglich macht. Es ist ein eng verzahntes Zusammenspiel aus Organisation, Ausbildung und digitaler Überwachung.
Denn Sicherheit ist am BILSTER BERG ein fester Bestandteil des gesamten Streckenkonzepts.
MYLAPS als Schnittstelle zwischen Sicherheit und Schall
Seit 2025 wird dieses System durch den MYLAPS X2 Race Control Manager ergänzt. Per GPS übernimmt MYLAPS die sekundengenaue und lückenlose Echtzeitüberwachung jedes Fahrzeugs auf der Strecke. Damit macht der BILSTER BERG den nächsten Schritt in der Streckensicherung
Die Verbindung zum Hersteller MYLAPS besteht schon lange. Seit der Eröffnung schreibt die Betriebsgenehmigung des BILSTER BERG die lückenlose Überwachung der Einzelfahrzeugschallleistung vor. Erlaubt sind maximal 138 dB(A), gemessen nach der Vorbeifahr-Methode gemäß DMSB-Handbuch. Jedes Fahrzeug muss dafür eindeutig identifizierbar sein. Die MYLAPS-Produkte gewährleisten dies bereits seit mehr als zehn Jahren.
Mit der Einführung der neuen GPS Racelinks konnte der X2 Race Control Manager nun integriert werden. Heute erfasst das System jedes Fahrzeug in Echtzeit über GPS-Daten. Es erkennt kritische Situationen sofort, etwa ungewöhnlich niedrige Geschwindigkeiten, Stillstände in Auslaufzonen oder Auffälligkeiten im Streckenverlauf. Parallel dazu werden die Schallwerte jedes einzelnen Fahrzeugs weiterhin dokumentiert.
Ein Sicherheitsstandard, der über Vorgaben hinausgeht
Die Grundlage der Sicherheitsarbeit am BILSTER BERG orientiert sich an den Standards des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) sowie der Internationalen Automobilbehörde (FIA). Diese Standards sind vor allem für Strecken mit Rennbetrieb verpflichtend. Der BILSTER BERG lässt seine Anlage jährlich freiwillig durch den DMSB prüfen, obwohl er als Test- und Präsentationsstrecke dazu nicht verpflichtet ist.
Das Ergebnis ist eine kontinuierliche Streckenabnahme, die Zustand und Betrieb auf der einen Seite stabil hält und auf der anderen ständig verbessert. Auch die Operator in der Race Control werden sukzessive nach diesem Anspruch ausgebildet. Sie durchlaufen eine mehrstufige Ausbildung zum Leiter der Streckensicherung inklusive Prüfung beim DMSB. Dieses Wissen wird regelmäßig aufgefrischt, unter anderem durch verpflichtende Fortbildungen im Drei-Jahres-Rhythmus.
Race Control, das zentrale Steuergerät im Streckenbetrieb
Alle Daten laufen in der Race Control zusammen, dem operativen Zentrum des Streckenbetriebs. Mehrere Bildschirme zeigen den Streckenstatus in Echtzeit. Sobald ein Ereignis erkannt wird, erscheint der betroffene Streckenabschnitt direkt auf dem sogenannten Incident-Monitor. Entscheidungen über Maßnahmen wie Gelb- oder Rotphasen können so ohne Verzögerung getroffen werden.
Bei einer roten Flagge gilt beispielsweise eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Elektronische LED-Flaggenpaneele mit hoher Sichtbarkeit sorgen dafür, dass diese Information jeden Teilnehmer klar und unverzüglich auf der Strecke erreicht.
Mensch und Technik im Zusammenspiel
Trotz aller technologischen Unterstützung ist der Streckenbetrieb bewusst nicht vollständig automatisiert. Neben dem MYLAPS X2 Racecontrol Manager sind weiterhin bis zu vier speziell für den BILSTER BERG ausgebildete Sportwarte im Einsatz, die den Betrieb mit ihren Sicherungsfahrzeugen permanent begleiten. Sie übernehmen operative Aufgaben, die situatives Einschätzen vor Ort erfordern.
Dieses Zusammenspiel aus technischer Überwachung, geschultem Personal und klaren Prozessen sorgt dafür, dass Sicherheit, Funktionalität und Genehmigungskonformität sowohl kontrolliert als auch aktiv gestaltet werden.
Ein System, das sich ständig weiterentwickelt
Der BILSTER BERG versteht Streckensicherheit nicht als fertiges Konzept, sondern als kontinuierliche Entwicklung. Neue Technologien, Erfahrungen aus dem Betrieb und der Austausch mit anderen Strecken fließen regelmäßig in Verbesserungen ein.
So entsteht ein System, das im Hintergrund permanent arbeitet, damit auf der Strecke das möglich ist, worum es am Ende geht: ein kontrolliertes, funktionales, genehmigungskonformes und sicheres Fahrerlebnis auf einer der anspruchsvollsten Strecken Europas.
