Diese glücklichen Tiere sollten Sie mal sehen!

Ein Gespräch mit dem Umweltbeauftragten des BILSTER BERG

Der 5. Juni ist seit 1973 der internationale Umwelttag der Vereinten Nationen. Der 2013 eröffnete BILSTER BERG braucht dabei keine speziellen Initiativen, um den Umweltschutz großzuschreiben. Michael Retzmann, Leiter Umweltmanagement des BILSTER BERG, spricht in diesem Interview über die etwas technischen Aspekte seiner Arbeit, wie das Umweltmanagementsystem, aber auch über emotionale Momente.

Herr Retzmann, seit wann sind Sie Leiter Umweltmanagement am BILSTER BERG und wie haben Sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet?

Ich bin seit 2011 Leiter der Abteilung Sicherheit und Umwelt und habe somit den Naturschutz am BILSTER BERG von Anfang an mit aufgebaut. Dabei fand ich die Projekte, die vor Baubeginn liefen, besonders interessant. Wir haben Tierhabitate aufgebaut, Grünanlagen neu angelegt und langfristige Ziele festgelegt, wie zum Beispiel die jährliche Aufforstung der Wälder. Seit 2015 bin ich auch Leiter der Technik. Meine 9 Kollegen helfen mir bei der Umsetzung der Ziele und der Instandhaltung des Geländes. Das Thema Umwelt ist unglaublich interessant und vielseitig, ich liebe meinen Job.

Was steckt hinter dem Umweltmanagementsystem?

Das Umweltmanagementsystem der ISO 14001, welches wir als einzige Rundstrecke in Europa folgen, gibt Anforderungen zur Verbesserung der Umweltleistungen eines Unternehmens vor. Dabei gibt es Auflagen, die umgesetzt werden müssen; andere haben wir uns darüber hinaus selbst gesteckt. Hierzu gehören zum Beispiel die Umstellung auf regenerative Energie, die Kompensation von 50 % der CO2-Emissionen, die durch die Fahraktivitäten am BILSTER BERG entstehen oder auch die dauerhafte Unterschreitung des zulässigen Schallkontingentes.

Welche Vorgaben mussten schon bei der Planung der Test- und Präsentationsstrecke beachtet werden?

Zu Beginn wurden alle Tier- und Pflanzenarten auf dem BILSTER BERG kartiert und in Pläne und Maßnahmenkataloge aufgelistet. Die Umsetzung der vorgeschriebenen Maßnahmen wird von der zuständigen Behörde jährlich überprüft. Alle Ziele, die darüber hinaus gehen, kontrollieren wir regelmäßig zusammen mit einem externen, unabhängigen Gutachter.

Wie schätzen Sie den Einfluss des Streckenbaus auf die hier lebenden Tiere ein?

Wir zählen jedes Jahr alle Tierarten. Dabei haben wir festgestellt, dass die Tiere sich bei uns sehr wohl fühlen, denn alle haben sich vermehrt. Auch hier ausgestorbene Tierarten kamen wieder dazu. So konnten wir zum Beispiel den Kammmolch neu ansiedeln. Jetzt fühlen sich die Molche in dem extra für sie angelegten Teich pudelwohl. Außerdem hat sich die Orchideenwiese durch unsere Pflege prächtig entwickelt. Ohne den Bau des BILSTER BERG wäre diese Fläche verloren gegangen und die dort heimischen Pflanzen durch Gräser und Büsche verdrängt worden.

Alle gesetzlichen Bestimmungen wurden am BILSTER BERG vorbildlich umgesetzt. Tun Sie darüber hinaus noch mehr für die Umwelt?

Durch den sogenannten kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der Bestandteil des Umweltmanagementsystems ist, werden alle drei Jahre Verbesserungen notiert, die dann kontinuierlich umgesetzt werden. Dazu zählte unter anderem rein elektrisch zu fahren. Unsere Beleuchtung auf LED umzurüsten. Pumpstationen durch neuste Technik energieeffizienter zu machen. Abfälle werden gesammelt, sortiert, getrennt und entsorgt. Wasser-, Strom- und Abwassermengen werden durch unsere Verbrauchsdatenerfassung aufgenommen, bewertet und durch Umsetzung neuer Technologien verringert.

Gibt es besondere Erlebnisse auf dem BILSTER BERG, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Als ich 2006 das erste Mal auf dem BILSTER BERG war und den Zustand des Geländes gesehen habe, hätte ich nie geglaubt, dass dieses Projekt durchführbar ist. Aber die Jahre haben gezeigt, was mit großem Willen und Durchhaltevermögen möglich ist. 2011 fand ich hier eine neue Herausforderung, und als dann 2013 die Strecke eröffnet wurde, konnte ich es kaum glauben, was alle Beteiligten geleistet hatten. Und ich komme seitdem jeden Tag gerne zur Arbeit. Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr der Moment, an dem ich unsere 20 Galloway-Rinder im Frühling aus ihrem Stall auf die Weide lassen kann. Diese glücklichen Tiere sollten Sie mal sehen.

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